Akzeptanz bedeutet nicht aufzugeben
Warum Loslassen manchmal der erste Schritt zu mehr Handlungsspielraum ist
„Ich will das aber nicht.“
„Warum musste das jetzt so kommen?“
„So sollte das doch gar nicht sein.“
Diese Gedanken kennen wahrscheinlich die meisten Menschen. Gerade in der Sozialen Arbeit treffen hohe Ansprüche, emotionale Belastung und strukturelle Grenzen oft direkt aufeinander. Viele Menschen möchten verändern und verbessern. Umso schwieriger wird es, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Genau hier kommt ein Begriff ins Spiel, der oft missverstanden wird: Akzeptanz.
Denn Akzeptanz bedeutet nicht, alles gut zu finden. Und sie bedeutet auch nicht, aufzugeben.
hallo@mareikehoffmann.de
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Was Akzeptanz wirklich bedeutet
Oft wird Akzeptanz mit Resignation verwechselt:
„Dann ist es halt so.“
„Ich kann sowieso nichts ändern.“
Aber echte Akzeptanz sieht anders aus. Akzeptanz bedeutet: die Realität wahrzunehmen, wie sie gerade ist, auch wenn sie unangenehm ist. Das kann bedeuten:
- anzuerkennen, dass bestimmte Rahmenbedingungen gerade schwierig sind,
- dass manche Dinge außerhalb des eigenen Einflusses liegen,
- oder auch, dass man selbst gerade an persönliche Grenzen stößt.
Akzeptanz heißt nicht, dass man alles hinnimmt. Sondern dass man aufhört, gegen die Realität anzukämpfen.
Widerstand kostet Energie
Wenn wir dauerhaft innerlich gegen Situationen kämpfen, entsteht oft ein Zustand von Anspannung:
- Frustration,
- Grübeln,
- Ärger,
- Ohnmachtsgefühl.
Das kostet unglaublich viel Energie. Viele Menschen merken das körperlich:
Der Bauch zieht sich zusammen.
Die Schultern verspannen sich.
Der Kopf kreist ständig um dieselben Gedanken.
Der Widerstand selbst wird dann zur zusätzlichen Belastung.
Deshalb kann Akzeptanz entlastend wirken. Akzeptanz kann Energie freisetzen und die Raum für die Frage öffnen: Was kann ich jetzt konkret tun?
Nicht alles liegt in unserem Einflussbereich
Ein hilfreicher Gedanke dabei ist die Unterscheidung zwischen:
- Dingen, die wir kontrollieren können,
- Dingen, die wir beeinflussen können,
- und Dingen, die außerhalb unseres Einflusses liegen.
Gerade engagierte Menschen investieren oft viel Energie in Probleme, die sie allein gar nicht lösen können: strukturelle Missstände, Personalmangel, politische Entscheidungen oder organisatorische Rahmenbedingungen.
Natürlich dürfen diese Dinge frustrieren. Aber manchmal hilft die Frage:
Liegt das gerade wirklich in meinem Handlungsspielraum?
Und wenn nicht: Wie viel Energie möchte ich weiterhin hineinstecken?
Akzeptanz ist ein aktiver Prozess
Akzeptanz passiert selten einfach so. Sie ist ein innerer Prozess. Hilfreich können dabei Fragen sein wie:
- Was genau belastet mich gerade?
- Wie viel Energie kostet mich das?
- Kann ich daran im Moment etwas verändern?
- Ist es mir die Energie wert, aktiv zu werden?
- Oder brauche ich gerade eher Abstand, Entlastung oder Fokus auf etwas anderes?
Manchmal führt dieser Prozess zu einer konkreten Handlung:
ein Gespräch führen, eine Grenze setzen, Unterstützung suchen, Prioritäten verändern.
Und manchmal führt er zu etwas anderem:
loslassen, den Fokus umlenken, sich bewusst abgrenzen.
Beides kann ein wichtiger Schritt sein.
Nur wer loslässt, hat beide Hände frei
Besonders in sozialen Berufen entsteht schnell das Gefühl, immer kämpfen zu müssen. Für andere. Für bessere Bedingungen. Für Lösungen.
Doch dauerhaft im Widerstand zu bleiben, erschöpft.
Akzeptanz kann deshalb auch bedeuten: nicht alles gleichzeitig tragen zu müssen.
„Nur wer loslässt, hat beide Hände frei.“
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