Mentale Gesundheit hat viele Gesichter
Mentale Gesundheit wirkt oft wie ein großer, abstrakter Begriff. Ähnlich wie „Zufriedenheit“ oder „Akzeptanz“.
Aber mentale Gesundheit zeigt sich auch in ganz konkreten Dingen:
- spazieren gehen
- Musik hören
- Austausch mit Kolleg:innen
- Sport machen
- kleine Pausen
- bewusst atmen
- lachen
- Grenzen setzen
- gemütliche Momente schaffen
Es gibt nicht den einen richtigen Weg zu mehr innerer Stabilität. Jeder Mensch braucht etwas anderes und auch in unterschiedlichen Lebensphase Verschiedenes.
Deshalb haben wir im Webinar gemeinsam eine „Ressourcentafel“ gesammelt – von A bis Z. Die Teilnehmenden trugen Begriffe, Ideen und persönliche Kraftquellen zusammen. Manche ganz praktisch, manche eher emotional oder symbolisch.
Zufriedenheit beginnt oft mit Akzeptanz
Im Webinar wurde ein Gedanke besonders zentral:
Zufriedenheit bedeutet nicht, immer glücklich zu sein.
Wir brauchen alle Emotionen. Wut. Traurigkeit. Freude. Hoffnung.
Aber vielleicht können wir lernen, eine grundlegende Zufriedenheit zu entwickeln, trotz Herausforderungen.
Und ein wichtiger Schritt dorthin ist Akzeptanz.
Akzeptanz bedeutet nicht, alles gut zu finden.
Sondern anzuerkennen:
- dass Belastung existiert,
- dass wir Grenzen haben,
- dass wir nicht immer funktionieren können,
- und dass Selbstfürsorge kein Luxus ist.
Gerade Menschen in sozialen Berufen haben oft den Anspruch, stark sein zu müssen. Für andere da zu sein. Weiterzumachen.
Doch mentale Gesundheit beginnt häufig genau dort, wo wir ehrlich wahrnehmen, wie es uns eigentlich geht.
Der Körper versteht. Der Körper spürt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Webinars war die Verbindung zwischen mentaler Gesundheit und Körperwahrnehmung.
Denn Stress zeigt sich nicht nur in Gedanken.
Er zeigt sich auch im Körper:
- in angespannten Schultern,
- einem engen Brustkorb,
- flacher Atmung,
- Erschöpfung in den Beinen,
- Unruhe im Bauch.
Deshalb haben wir mit einer sogenannten „Körperlandkarte“ gearbeitet.
Die Idee dahinter:
Menschen überlegen, wo sie bestimmte Ressourcen oder Kraftquellen im Körper wahrnehmen.
Zum Beispiel:
- Mut im Herzen
- Intuition im Bauch
- Standfestigkeit in den Füßen
- Tatkraft in den Händen
Die Übung hilft dabei, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und herauszufinden:
Was stärkt mich eigentlich wirklich?
Kleine Momente zählen
Zum Abschluss gab es eine kurze Körperwahrnehmungsübung.
Drei Minuten innehalten.
Den Boden unter den Füßen spüren.
Atmen.
Den eigenen Körper wahrnehmen.
Nicht bewerten, nur beobachten.
Und genau darin steckt vielleicht eine wichtige Erkenntnis:
Mentale Gesundheit entsteht nicht nur durch große Veränderungen.
Sondern oft durch kleine Momente.
Drei Minuten Pause.
Zehn Minuten ehrlicher Austausch.
Ein Lied.
Ein Spaziergang.
Drei bewusste Atemzüge zwischen zwei Meetings.
Viele Menschen in sozialen Berufen haben wenig Zeit.
Der Alltag ist oft voll, laut und unvorhersehbar.
Aber vielleicht geht es nicht immer darum, perfekte Selbstfürsorge zu schaffen.
Vielleicht geht es manchmal einfach darum, überhaupt einen kleinen Moment für sich selbst möglich zu machen.
Mentale Gesundheit gemeinsam denken
Was im Webinar besonders spürbar wurde:
Mentale Gesundheit ist kein rein individuelles Thema.
Austausch hilft.
Gemeinschaft hilft.
Das Gefühl, mit Belastungen nicht allein zu sein, hilft.
Deshalb möchten wir bei InterAct Social Räume schaffen, in denen Fachkräfte und Engagierte:
- Wissen teilen,
- Erfahrungen austauschen,
- voneinander lernen
- und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln können.
Denn soziale Arbeit braucht Menschen, die andere stärken.
Und diese Menschen verdienen selbst Unterstützung.
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